Das letzte Frühstück?

Karl Herrmann saß an seinem Küchentisch und fuhr mit dem dicken Zeigefinger die Ringe nach, die zahllose Kaffeetassen auf dem rohen Echtholz (Eiche, glaubte er) hinterlassen hatten. Er hatte einen kleinen Kater, ein paar Bier waren es gestern schon gewesen, vielleicht eines zuviel. Oder auch nicht, all die Sorgen hätten ihn sonst die ganze Nacht über wach gehalten. Nun waren sie wieder da, schlimmer als jeher. Die Zeit lief ab.
Er seufzte und trank von seinem bitteren Kaffee.
Es gab einen Ausweg aus dem Schlamassel, einen beschissenen Ausweg, aber immerhin ein Ausweg. Er hatte eigentlich keine Wahl, und doch fiel sie ihm schwer.
Karl griff zu seinem Handy und tippte sich durch viel zu kleine Icons, bis er endlich telefonieren konnte.
„Mutti? Könntest Du sie heute nehmen? Ich bin den ganzen Tag unterwegs…“